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Grün ist die Hoffnung; Hofporträt Betrieb Busse in Albaxen

 

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Neongrün leuchtet das Blockheizkraftwerk am Eingang des idyllisch gelegenen Hofes von Wilhelm Busse am Rand von Albaxen an der B64 zwischen Höxter und Holzminden. Für manchen Hofbesucher oder Touristen, der den Weserradweg entdeckt, mag der schrille Farbton auf den ersten Blick Geschmackssache sein. Für Landwirt Busse ist er Symbol einer Überzeugung. Alles andere als eine Farblaune brachte ihn dazu, auf Grün zu setzen. „Das Grün steht für den Glauben an die Zukunft“, erklärt Busse. Auch, weil er damit das Lebensgefühl seiner Jugend verbindet. „Diesen Glauben haben wir in den Siebzigerjahren überall ausgedrückt. Unsere Autos waren bunt genauso wie unsere Kleidung. Wir haben uns keine Sorgen gemacht.“ Im Gegensatz dazu sei heute alles so „grau und farblos“. Zu viele hätten zu viel Angst. „Komm, ich riskier mal was“, diese Einstellung vermisst der Landwirt genauso wie den Sinn für die Gemeinschaft. Es stört ihn, dass „jeder sein eigenes Süppchen kocht“ und das Dorfleben vernachlässigt wird.


 

Familie Busse setzt Kontrapunkte. Dort, wo sie kann. Mit nachhaltiger Landwirtschaft. „Mensch, Ökonomie und Ökologie müssen auf Dauer in Einklang miteinander stehen“, sagt Busse. Nur so lasse sich etwas Bleibendes für die Zukunft schaffen. Nach diesem Prinzip hat Familie Busse den Betrieb, den der Senior 1981 von seinem Vater übernahm, in den vergangenen Jahren ausgerichtet – für sich, seine Frau und den Hofnachfolger, Sohn Alexander. Bis Ende der Neunzigerjahre befand sich der Hof Busse, ein klassischer Gemischtbetrieb mit Schweinemast, Milchviehhaltung und 53 Hektar Land für Getreide-, Zucker- und Futterrübenanbau, mitten in Albaxen. 1999 entschied sich die Familie, den Betrieb auf das Gelände an der B64 auszusiedeln und sich auf Milchvieh zu spezialisieren. Weil sich die Busses mehr Lebensqualität wünschten, schafften sie sich 2006 zwei Melkroboter an. Als Sohn Alexander in die Lehre und ins Studium ging, brachte auch er neue Ideen mit in den Betrieb ein. So konnte er seine Familie schnell davon überzeugen, Kartoffeln anzubauen und als „Produkt aus der Region“ zu vermarkten.

Irgendwann war der Zeitpunkt da, dass 140 Kühe und der Ackerbau nicht mehr auf Dauer das Einkommen für zwei Familien sicherstellen konnten. Also entschied sich Familie Busse, ein zweites Standbein zu schaffen und mit einer Biogasanlage grüne Energie zu produzieren. Die Voraussetzungen dafür waren von der „Natur“ des Milchviehbetriebes her gegeben: Gülle, Mist, Futterreste und Mais sowie eine erweiterte Betriebsfläche. „Und das Know-how hatten wir auch“, sagt Alexander Busse. „Denn der Magen einer Kuh funktioniert so ähnlich wie eine Biogasanlage.“

Dank der hohen Eigenleistung Busses war das Projekt schnell umgesetzt: Dezember 2009 Bauantrag, Ende Februar 2010 Baubeginn, 7. Juli 2010 die erste Stromlieferung an E.ON, 2011 die Erweiterung der Anlage, um das Werk der Reitz-Gruppe in der Nachbarschaft mit Wärme zu versorgen. 1,2 Millionen Euro hat der Landwirt im ersten Schritt investiert. Eine halbe Million für die Erweiterung kam 2011 dazu. Bei der Finanzierung hat Christiane Kuhlebrock-Rosche vom Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz die Busses unterstützt. Schon lange ist Wilhelm Busse Kunde der Volksbank und wollte auch bei seinem „Zukunftsprojekt“ nicht auf die Erfahrung und das gute Miteinander verzichten: „Bei einer heimischen Bank fühle ich mich einfach besser aufgehoben.“ Außerdem schätzt der Landwirt die Größe und die breite Aufstellung: „Wenn es in einer Branche knallt, kippt nicht gleich die ganze Bank“, meint Busse. Doch viel wichtiger ist ihm das Verständnis für die besonderen Bedürfnisse der Landwirtschaft. „Auch unsere Betriebe werden immer kapitalintensiver. Die Bank muss den Landwirt da auch verstehen. Hier ist die Volksbank wirklich gut aufgestellt.“

Die Biogasanlage hat Familie Busse nicht nur wirtschaftlich nach vorne gebracht. Auch die Arbeit ist mehr geworden. „Jetzt schaffen wir es nicht mehr allein“, sagt Wilhelm Busse. Drei Mitarbeiter, zwei davon halbtags, hat er vor kurzem eingestellt – in der Hoffnung, noch mehr Zeit für die Zukunft zu haben.

Erschienen im Volksbank-Jahresbericht 2011

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